Thomas wußte, es ist nicht wahr. Und war machtlos.

– So geh ich zu den Nachbarn. – Die schlafen. Die Frau hat Nachmittag ein Kind bekommen.

– Gott ... Thomas brach auf seinem Bett zusammen. Gott war das Wort. Und das Wort durfte nicht gesprochen werden.

Dunkel. Der Bub schnarcht und hustet abwechselnd. Die Hand –

Nachtkälte kriecht durch das Fenster und Tagwärme schleicht in sie hinein. Die Hand legt sich an die Kehle, den Daumen eigentümlich scharf weg.

Gertrud und die Mutter im Nebenzimmer atmen schwer. Stöhnen. Die Hand würgt.

Schwarz. Aber aus den Knochen heraus, aus dem zarten Mark bricht es dunkel glühend, ächzend. Gestalt, Klang, tasten, berühren, drängen, steigen, sich heben. Die Poren saugt es hinaus in die kalte Luft. Und ist doch drinnen, noch im Mark, flammend rot, brennend –

Ach wozu liegen, tot sein. Wer kann sterben, wenn das Innerste leben will.

In schwarzen Ballen fällt es aus sich heraus, in blutigen Brocken. Gedrückt von fremden, arbeitsamen Fingern. Eine brühende Masse schwelt in den Gliedern. Kocht, brodelt und schmeißt sich nach oben –

daß die Haut sich dehnt der steinharten Knochen.