»Nicht jetzt, Lottchen – später – jetzt müssen wir das Kind zurücklegen – so!«

Mit überfließenden Augen sah die Schwester seinem Thun zu. Nicht der eigene Vater konnte sein zärtlich geliebtes Kind sorgsamer betten, als ihr teurer Walter es jetzt that.

»Ist eine Apotheke am Ort?«

»Ja!«

»Ich möchte etwas aufschreiben!«

Er schritt zum Tisch und strich im Vorübergehen liebkosend über die Wange der Schwester, die ihn mit verklärten Blicken betrachtete.

»Das warme Bad – du sorgst wohl dafür, Lottchen! Es muß achtundzwanzig Grad mindestens haben – besser noch neunundzwanzig! – und verdeckt heraufgebracht werden! Dann muß man Eis herbeischaffen – ich denke, das kann hier nicht so schwer sein, vielleicht hat sogar die Hausfrau welches!«

»Ich – ich werde nachfragen. Ach, Walter, was für ein Segen ist es doch, daß du gekommen bist! Wenn du wüßtest – –«

»Bitte, nichts mehr! Ich möchte ein wenig nachdenken.«

Er setzte sich, nahm die Feder zur Hand, die Melitta auf den Tisch gelegt, und starrte mit gefurchten Brauen, wie in angestrengtem Sinnen, vor sich hin. Die längst eingetauchte Feder schwebte immer noch unschlüssig über dem Papier, ein sorgenvoller Zug, der das Gesicht des Arztes um zehn Jahre älter erscheinen ließ, lag um Mund und Augen. Es war totenstill im Zimmer.