Endlich fuhr die Feder in raschen Zügen über das Papier, dann reichte er Friederike das Blatt hin.

»Bitte, gehen Sie sofort zur Apotheke, und warten Sie, bis die Medizin fertig ist.«

Melitta war neben ihn getreten – sie versuchte zu sprechen, es wollte ihr nicht gelingen. Charlotte eilte auf sie zu und legte den Arm um sie.

»Ist – ist große Gefahr vorhanden? Haben Sie noch Hoffnung?« kam es endlich leise, leise von Melittas Lippen.

Er sah mitleidig in das süße, weiße Gesicht.

»Ich kann Ihnen nichts sagen – wir müssen abwarten. Das Kind ist schwerkrank, aber seine Natur scheint sehr widerstandsfähig zu sein. Wir müssen alles thun, was in unsern Kräften steht, und versuchen, möglichst ruhig zu sein. Ihnen, gnädige Frau, verordne ich vorerst ein Glas Wein; ich hoffe, Sie gehorchen mir!«

»Ja!« sagte Melitta leise.

»Dann komm, Charlotte! Sobald das Bad fertig ist, bin ich wieder hier!«

Professor Hartwig verneigte sich leicht – die junge Frau vergaß, den Gruß zu erwidern. Mit einem ergreifenden Ausdruck von Glauben und Vertrauen hingen ihre Augen an seinem Antlitz. – –

»Mein Walter! Mein Walter!«