»Ich wünsche, daß Herr Professor Hartwig die Behandlung des Kindes in seinem Sinn weiterführt – ich bitte ihn darum!«

»Melitta – es ist nicht möglich, daß – du könntest in der That –«

»Ich bitte Herrn Professor Hartwig, die Behandlung des Kindes in seinem Sinn weiterzuführen!« wiederholte sie noch einmal deutlich und fest.

»Soll das heißen, daß du mich in den Augen dieses Herrn und seiner Schwester für einen Ignoranten erklärst, daß du mir nicht zutraust, diesen Fall zu übersehen?«

»Ich will dir meine Meinung darüber später sagen, es wundert mich, daß das noch notwendig ist, nach dem, was vorangegangen. Du hast in dieser Sache mir die Entscheidung überlassen … dies ist meine Entscheidung! – Ob wir Erna die Medizin eingeben, Herr Professor? Zeit wäre es dazu, aber es scheint mir, sie schläft jetzt!«

Ohne sich nur noch nach ihrem Gatten umzuwenden, trat Melitta neben Hartwig und blickte vertrauensvoll mit ihren sprechenden Augen zu ihm auf.

»Es wird kein gesunder Schlaf sein, mehr ein Hindämmern, aber selbst wenn sie schliefe: die Medizin ist zu wichtig, wir müssen sie geben!«

Hartwigs Stimme klang ganz ruhig, er war anscheinend nur bei dem kranken Kinde, nur bei seinem Beruf. Aber Charlotte mußte wohl noch etwas anderes aus den sachlich klingenden Worten herausgehört haben, sie musterte den Bruder verstohlen mit einem aufmerksam prüfenden Blick.

»Dann wäre ich wohl hier am Bett meines Kindes vollkommen überflüssig!« bemerkte Doktor Schott bitter.