»Hätten die Leute recht, wenn sie so sagten, Walter?«

Seine klugen, guten Augen gaben Antwort, indes sein Mund stumm blieb. Da goß sie sich ebenfalls mit etwas zitternder Hand ein Glas Wein ein und stieß es mit hellem Klang an das seine.

»Sie heißt Melitta!« sagte sie dazu.

Ein leichtes Rauschen von Frauenkleidern wurde vor der Thür hörbar, leise, leise klopfte es an.

Der Professor fuhr empor, wie wenn man ihn bei einem Verbrechen ertappt hätte.

»Um Gottes willen, Lottchen!« flüsterte er in Hast. »Kein Wort – keinen Laut von dem, was ich eben – was du eben – es ist ja noch alles im Monde, man weiß ja nicht – es ist so über mich gekommen – alles, wie ein Traum –«

Die Schwester nickte ihm beruhigend und herzlich zu.

»Auf mich kannst du dich verlassen – ich denke, das wissen wir! – Herein!«

Auf der Schwelle stand Melitta, die Augen leuchteten ihr groß und glückselig, um den süßen Mund bebte es.