Er sprach es nach, noch ehe er es gefaßt hatte.

»Ja«, sagte sie.

An dieser Stelle des Weges begann rechts die Mauer des Herrengartens. Sie hatte der Löcher und Lücken viel, dürres Gras hing aus den Ritzen, und wo es nur irgend ging, hatte sich der Schnee eingenistet.

Fritzchen, wie im Traum, fuhr mit der Hand über die Mauer, spielte mit dem Schnee, formte Kügelchen daraus und wußte dabei nicht, was sie tat.

Hans Henning fühlte plötzlich, als ob sich alles um ihn drehe. Damit er einen Halt habe, lehnte er sich an das Pferd. Er sah es, und es brannte sich in sein Herz ein, als das grausigste Bild seines Lebens: Fritzchen an der Mauer stehend und die kleinen Schneebällchen formend, die sie dann wieder an die Mauer zurückwarf. Er folgte jeder Bewegung und wußte schon immer im voraus, wie jeder neue kleine Ball aussehen würde.

Dann kam jäh ein rasender Sturm über ihn. Blutrot färbte sich sein Gesicht. Er stürzte vor, so ruckhaft, daß das Pferd, aufgeschreckt, einen Seitensprung machte und an dem Zügel riß, der um den lahmen Arm geschlungen war. Ein wilder körperlicher Schmerz raste durch das kranke Handgelenk, aber er fühlte es nur so fernab, wie in der Narkose. Er packte Fritzchens Hand, die wieder eine der verfluchten Schneekügelchen zwischen den Fingern hatte, schüttelte sie so heftig, als käme es darauf an, den Schnee herauszuschütteln, als sei der die Ursache des ganzen Entsetzens.

»Laß los! Laß los!«

»Laß Du los!« sagte Fritzchen in großem Zorn. Sie nannten sich Du, es kam von selbst, wie sie sich früher genannt hatten. »Was willst Du von mir?«

Der Schnee war heraus – was nun noch? Hans Henning gab ihre Hand nicht frei.

»Das ist ja Unsinn, das ist ja Wahnsinn! Wie kommst Du zu Gregor? Was will er von Dir? Er weiß es ja! Er weiß es ja!«