Wenn in diesem Witwerhaus schon früher ein Besuch eine Seltenheit gewesen war, so blieb er jetzt ganz aus. Das sehnsüchtige Struwwelköpfchen brauchte nicht mehr stundenlang aus der Dachluke zu spähen, es kam doch kein Wagen übers Moor, der so lustige und reizvolle Fracht trug wie der Rummelshöfer am Novembertage.
»Warum kommen die Jungens gar nicht wieder?« fragte Fritzchen Tag für Tag die Schwester. Die zuckte die Achseln. »Ich weiß nicht.« Aber sie hatte dabei einen scharfen, unkindlichen Zug um den Mund, der von aufgeschnapptem Mägdeklatsch herrührte.
Fritzchen sehnte sich nur, aber Gisa litt an der Vereinsamung ihres Hauses als unter einer Schande.
»Warum kommen die Jungens gar nicht wieder?« fragte Fritzchen ihre Bonne, fragte sie ihr Mädchen, das sie zu Bett brachte.
»Sie werden schon wiederkommen«, war die eine Auskunft. Sie ging von der Bonne aus, die es sich gern bequem machte.
»Herr v. Zülchow ist bös mit Papa«, war die andere Auskunft.
»Warum ist er bös?«
»Na – Papa ist doch manchmal grob und schimpft.«
»Ich will ihm sagen, daß er mit Herrn v. Zülchow wieder gut sein soll.«
»Das tu Du nur«, sagte das Mädchen und lachte.