»Michael, ist Dein Schimmel im Stalle?« Er muß mit voller Lunge schreien, sonst kann er es sechzehnmal sagen.

»Jawohl, Herr Pastuhr. Jawohl, jawohl.«

»Willst Du mich fahren, in dieser Minute nach Rummelshof?«

»Nach Rummelshof? Jawohl. Morgen früh, Herr Pastuhr?«

»Rasender Unsinn! Jetzt! Sofort, auf die Minute. Jetzt!«

»Jetzt? Aber – nun ja –«, er wiegt das graue Köpfchen. »Nu ja, Herr Pastuhr, zu gern will ich das. Nur mein' Kaffig erst austrinken, der steht in der Röhre.«

Ja ja, laß Deinen Führer nur erst seinen Kaffig noch austrinken. So schnell, wie Dein wilder Bruder kommst Du doch nicht fort. Nur sachte, kühler Gregor, es ziemt sich nicht für Dich, überzukochen. Fahr Du sachte der wilden Spur nach, lies die zerbrochenen Leute auf, das ist ja ein heiliges Amt. Oder ist das vielleicht noch heiliger, die Leute erst zu zerbrechen?

Er stand im Stall, im Mist und legte selbst dem Schimmel das Geschirr auf. Das Bäuerchen weinte beinahe, weil es so schnell fertig sein sollte. Aber den Kaffig wenigstens, den ließ es sich doch nicht nehmen.

Wenn ich aufs Gut ginge, bekäme ich schneller ein Fuhrwerk, dachte Gregor. Aber ich gehe nicht da hin, und mittlerweile ist's ja auch hier so weit.

Er saß auf dem Strohsacke des Leiterschlittens, und als eben das gemütliche Getrotte losgehen sollte, riß er dem Alten die Leine fort. »Es handelt sich um Tod und Leben!« schrie er ihn an, »hier heißt's Galopp.«