Wie ist solche närrische Verzweiflung doch noch voll Glück, Kraft, klopfendem Leben. Um eines kleinen Mädchens willen sich Herz und Genick zerbrechen, die Welt einschlagen und nichts sehen, hören, fühlen außerdem, das ist wild und frisch wie Jagdlust und ein scharfes Reiten.

Sieh, wie ist der Schnee getaut seit gestern. Wo ist die leuchtende Herrlichkeit hin? Der Wind pfeift und der Regen rinnt, es wird eine schlimme Fahrt übers Moor.

Justine sagt, es ist Krankheit im Schloß. Es ist schon möglich, daß es hier an zwei Enden auf Tod und Leben geht. Laß es gehen, laß es ziehen, rinnen und vorüberpfeifen, wie der Westwind, der den Schnee zerschmilzt. Ich stehe daneben!

Stolzer Mensch, der also sprechen kann! Tausendmal armer Mensch, der also sprechen muß! Es gibt ein Königtum unter den Menschen, das ihre Fesseln nicht trägt, nicht den Schutz ihres Daches und die Wärme ihres Herdes teilt. Das selbst von dem Schmerz, der ihm Fessel sein könnte, unabhängig ist.

Der Ärmste ist zugleich der Mächtigste. König Gregor, es beneiden Dich wohl wenige um Deine Krone.

Dreizehntes Kapitel.

Damals war die Stunde noch nicht gekommen, daß Fritzchen ihre alte Heimat verließ. Es ging nicht. So wie der Doktor und Frau v. Pohle sich das zurecht gestellt hatten, ließen sich dieses Kindes Wege nicht ordnen.

Frau v. Pohle hatte heftige Szenen mit dem Papa wegen der »Luftveränderung«. Der Papa wurde zum ersten Male ausfallend gegen die feine alte Dame. Fritzchen kroch nicht an ihn heran, um Schutz zu suchen, sie fühlte sich nicht von ihm beschützt. Sie stand blaß und still und kalt und sagte: »Ich reise nicht fort.«

Als sie kaum aufgestanden war, ging sie nach oben, sie wußte, daß sie hier einen Zettel geschrieben hatte. Er war fort.

Hatte Gregor wirklich in der Tür gestanden? Oder hatte sie Geister gesehen?