Hans Henning – ja – an der Gartenmauer –

»Er hatte eine verstauchte Hand –«, sagte sie langsam, wie suchend.

»Nun, das hindert nicht am Streichemachen«, sagte Gisela, und die drei lachten.

Dem Mädchen wurde es plötzlich heiß in dem wollenen Tuch. Sie streifte es von sich, ging hin und her, ging zum Fenster und zurück. So war sie schon die ganze Zeit über gelaufen, aber in dumpfer Ruhelosigkeit. Jetzt bebte und klopfte alles in ihr. Eine unklare Angst hatte sie überfallen, es war nicht mehr das Grauen von vordem, sondern ein lebendiges, wildes Empfinden, so, als müsse im nächsten Moment die Tür aufgehen und ein Bote des Schreckens dort erscheinen.

Es geschieht etwas! Es geschieht etwas! hämmerte es in ihr.

Sie stand und starrte die Tür an: Jetzt muß es kommen!

Es kam etwas. Die Tür ging auf. Es war Jakob in seiner Sonntagslivree. Leise, wie ein Schatten, die anderen sahen oder beachteten ihn gar nicht. Seine und Fritzchens Augen trafen sich unmittelbar bei seinem Eintritt. Er winkte ihr nur zu, sie verstand sofort. Es war gekommen!

Draußen in der Halle sagte er zu ihr: »Der gnädige Herr ist unwohl geworden. Ich weiß nicht, was das ist, es sieht ganz doll aus.« Er war selber bleich und schlotterte an den Gliedern.

»Wo ist er? Schnell –«

Sie war schon davon, aufs Geratewohl in der Richtung seines Zimmers, er schoß ihr nach und hielt sie am Ärmel fest.