Er fiel, ungeschickt und klotzig wie er war, vor diesem entsetzlichen Sterbelager in die Knie.

»Fritz – Fritze – vergib mir das –«

»Ja – aber tausendmal, mein alter Lutz –«

Was hilft's, was hilft's, er geht doch fort! Ihr, Frau v. Zülchow und Ihr großen, langen Menschen, Ihr könnt' ihn wohl ruhig fahren lassen. Ihr habt nichts mit ihm versäumt. Alle die Jahre, die Jahre! Wo sind sie nun? Nach der Stadt hin – zurück, hin – zurück – – pfui, dies Lotterleben, wie ist es mir verhaßt, wie ist es mir zuwider!

»Fritz! Fritz! Wenn's geht, bleib' doch noch!«

»Ich habe alle Tage an Dich gedacht, mein alter Junge. Im Grunde war ich Dir nie böse. Siehst Du, ich wollte Dich nur zur Besinnung bringen. Es tut mir leid, daß ich so hart war. Laß, heul doch nicht, alter Bursche! Wir sind ja nie auseinander gewesen. Willst Du, wenn ich tot bin, meine Jungens öfter bei Dir haben? Ist Dir das lieb? Du siehst doch, daß ich Dir vertraue!«

»Ja, ja!« schluchzte der Gutsherr von Hohen-Leucken und trocknete sich mit Herrn v. Zülchows Bettzipfel die Augen.

»Fritz, mir ist alles bis zum Halse hinauf zuwider! Gib mir die Hand. Hier schwöre ich Dir, daß alles aus ist mit dem schlechten Leben. – Ach, ich möchte mit Dir tauschen. Du darfst doch noch nicht sterben, Du, so klug und gut und groß. Was liegt an mir altem Sünder, altem Lumpen –?«

Am Ende stand Gregor auf, nahm ihn am Arm und führte ihn fort. Um Frau v. Zülchows willen war das dringend nötig. Man konnte diesen fremden, etwas verrufenen Menschen hier in den letzten Stunden nicht lärmen lassen, als sei er der einzige Zugehörige.

Der arme Herr Ludwig ließ sich stumm fortziehen. Im Nebenzimmer sah er scheu in des Jünglings eisiges Gesicht.