»I Gott bewahre, Dein Kleid, Dein Haar! Auf keinen Fall. Sitze Du nur still.«

Es ging Schritt für Schritt. Der Boden schwankte unter den Rädern. Fräulein Miller ängstigte sich, klopfte ans Fenster und schrie. Sie stellte sich jedesmal beim Fahren so an, weil sie ein Stadtkind war, der Kutscher grinste auch nur und machte beruhigende Kopfbewegungen.

Fritzchen sah und hörte das alles nur halb. »Nun ist's so weit, nun ist's so weit!«

»Du bist noch sehr kindisch!« sagte Gisa. Denn sie freute sich, halb widerwillig, zwar auch, aber sie fand, man müsse sich solches nie merken lassen, sobald man »erwachsen« sei. Ach, sie war ein rechter Herzenstrost für Fräulein Miller.

»Jetzt brauchen Sie sich nicht mehr zu ängstigen, Fräulein Miller«, sagte Fritzchen mit funkelnden Augen nach einer Schüttelei von fast drei Stunden. »Da ist die Mauer – da sind wir. O, nun machen wir aber das Fenster auf.«

Fräulein Miller erholte sich. »Gott sei Dank! Ja, ja! Aber nun in der Nacht die Rückfahrt!«

»Wir haben Mondschein«, sagte Gisela.

Fritzchen aber dachte: Nacht und Rückfahrt! Wer denkt daran! Das sind ja noch hundert Jahre hin!

Hans Henning und ein alter Diener standen auf der Steintreppe. Wer sollte auch sonst noch da stehen! Was ging den Herrn Gregor die Hohen-Leuckener Chaise mit ihrem Inhalt an?

Fritzchens kleines Herz fiel bei jedem Schritt in das vornehme weite Haus. Hier war alles anders als zu Hause, ach, so groß und schön und fein! Einen Augenblick herrschte das jähe, wilde Gefühl in ihr, auszureißen, fortzulaufen, sich in die Kutsche zu verkriechen. Sie fürchtete den Schall der eigenen Schritte.