»Na – Fritz? Fritzel – was machst denn für Sachen?«

Er legte seine breite massige Hand auf ihr fieberheißes Händchen. Sie fühlte die Berührung als etwas Gutes.

»Faß mir den Kopf an, Papa. Du bist so schön kühl.«

Er tat's und stand neben ihr, bis Schritte kamen. Da zog er die Hand zurück, als fühle er sich auf einem Unrecht ertappt. »Du mußt bald wieder nach unten kommen«, sagte er.

Fritzchen blinzelte der schwerfälligen Gestalt nach, die sich zur Tür bewegte.

»Sieh' auch nach der Lampe unten, daß sie nicht blakt. Sie tut's immer.«

»Ja, ja, Fritzel, ich werd' schon.«

Am dritten Abend war sie wieder unten, und alles ging wie vorher. Nur war es jetzt, als wenn ein Lichtschein in des verwüsteten Mannes verräucherten Kopf gefallen wäre, nun, da es ihm bewußt geworden war, wieviel ihm daran lag, daß sein kleiner Struwwelkopf ihm abends gegenüber saß. Fritzchen selbst aber hatte gar keine Lust auf Giselas Bälle und Gesellschaften, wenn sie jetzt wieder ihre Märchenabende hatte, an denen im ganzen Erdgeschoß außer ein paar Wirtschaftsräumen nur des Vaters Stube erhellt war und die schwarze Winternacht draußen wie ein Ungeheuer lag, das auf Beute lauerte und von schimmernden Helden bekämpft wurde.

* * *

Ja – ihr schimmernder Held – wo blieb er?