Die Frage war recht überflüssig. Gisa – Gisa sollte in den durchlöcherten Kahn steigen, der bei jeder Fahrt rapide Wasser zog, dann landen – Fritzchen nannte das nämlich landen! – an einer sumpfigen Stelle, wo man nur von einer Baumwurzel zur anderen springend, schließlich auf eine feste Grasfläche gelangen konnte – und das alles, um schließlich ein paar Stunden im Gras zu liegen mit krabbelnden Würmern und Ameisen im traulichen Bunde. »Danke, liebe Frida. Fahre nur allein.«

Ja, Gisa, Prinzessin Unmut, wie soll denn das werden? Das sind doch die höchsten Freuden, die Hohen-Leucken bieten kann! Fritzchen grübelte angestrengt. Sie ehrte Giselas Unmut und fühlte sich brennend verantwortlich, ihn zu zerstreuen.

»Gisa, soll ich Wilhelm sagen, daß er anspannt? Ich kutschiere Dich über die Felder.«

»Bei diesem ewigen Wind? Und meine Haare? Und immer nur über die Felder? Nein, Fritzchen, Du meinst es gut, aber das ist wirklich kein Vergnügen.«

»O, jetzt weiß ich etwas! Willst Du bei mir reiten lernen?«

Bei Fritzchen reiten lernen. Eine zweifelhafte Gunst. »Bei wem hast Du es denn gelernt?«

»Bei mir selbst, natürlich.«

»So? Und welches Pferd hast Du dazu?«

»Ach, Möt. Eigentlich heißt es Erdmuthe. Papa hat sie mal als zurückgesetztes Remontepferd gekauft, aber sie geht nicht an der Deichsel. Wilhelm sagt, es ist nichts mit ihr zu machen, sie ist verdammelt. Da habe ich voriges Jahr mit ihr losgelegt. Aber fein! Über den Graben hinter dem Böllinger Kreuzweg setzt sie wie ein Pfeil. O, wenn Du mal mitkönntest. Du nimmst vorläufig den Schecken vom zweiten Gespann. Der geht wie ein Lamm und hat keine Mucken.«

»Ja, wenn ich einen richtigen Reitlehrer hier hätte! Aber auch dann! Es muß doch schrecklich stuckern! Nein, laß mich nur. Das ist alles nichts für mich. Aber da nun die Leute wissen, daß ich wieder hier bin, muß sich doch am Ende wohl etwas Verkehr hier anfinden auf dem alten Räubernest.«