Fritzchen schlich sich zum Papa. »Papa, Gisa langweilt sich hier so. Kannst Du es nicht machen, daß manchmal wieder Besuch herkommt?«
»Ja, wie soll ich das machen?«
»Wenn Du es nur willst, kannst Du es schon machen.«
Es war ein sonnenleuchtender Junitag. Vor dem Fenster im Hof blühten die alten Linden und ihr Duft strömte in die beiden offenen Fenster herein. Herr v. Dörfflin war in Joppe und Reitstiefeln, er wollte auf die Entenjagd gehen. Was ist es für ein anderes Ding um solch ein Landjunkergesicht zur Sommers- als zur Winterszeit! Heute sieht es frisch, gespannt, gebräunt, unternehmend aus und hockt nicht in Dumpfheit und im Gefühl des Nichts.
»Ja, Fritz, das denkst Du Dir so.«
Am Abend kam er zurück, und beim Abendessen warf er hin, als mache er eine Bemerkung über das Wetter: »Morgen kommt Hans Henning v. Zülchow. Die Tannenwalder wollen nächste Woche auch einmal kommen.«
Die Tannenwalder waren im Grunde ziemlich langweilige und herkömmliche Leute. Aber es war ein junger Sohn dabei, der Jura studiert hatte und sich jetzt in das väterliche Gut einarbeitete, und eine Tochter, die gleich Gisela mehrere Jahre in Berlin gewesen war. Das Ding legte sich also recht vielversprechend an.
Fritzchen blieb der Mund offen stehen. »Wie hast Du das so schnell gemacht, Papa?«
Diese Fragerei paßte ihm nicht. »Ich hab' gar nichts gemacht!« schnauzte er sie an. »Wir haben uns getroffen, wo der alte Graben in den Tannenwalder See geht. Der Zülchow war mit dem alten und dem jungen Euler da auf Entenjagd.«
So weit ist er wegen der Enten gerudert? dachte Fritzchen, aber sie hütete ihre Zunge. Nach dem Abendessen ging sie in die Küche, die Enten zu sehen, die der Herr geschossen hatte.