Beim Abendessen wurden pompöse Toaste ausgebracht, alle auf den jungen Pfarrer. Es war im Grunde eine ziemlich alberne Lobhudelei, die man teils der Mutter, teils seiner allerdings stark verheißungsvollen Karriere wegen in Szene setzte. Fritzchen hätte zu jedem Toast jauchzen mögen, nur war ihr es immer noch nicht genug. Der Umschmeichelte dagegen sah unter seiner tadellosen Maske der Höflichkeit ein wenig gelangweilt und leicht angewidert aus. Er hatte ein Lächeln um den Mund, das nicht jeder vierundzwanzigjährige Junge hat.

Nach dem Essen wurde das Feuerwerk abgebrannt. Das war für die junge Welt ein großes Entzücken. Aber Gregor gehörte nicht zu der jungen Welt, er stand und saß bei den Alten auf der Terrasse oder in den Zimmern. Hans Henning sollte das Abbrennen besorgen, und Fritzchen, die für allen Firlefanz des Lebens sehr veranlagt war, bewies sich als unentbehrlichste Hilfskraft. Was hatte sie auch vom Zuschauen? Selber das Feuer wecken, die Spiel-, Sprüh- und Lärmgeister des Feuers wecken, daß sie hoch in den stillen Nachthimmel auffliegen, prasselnd niederstürzen, ihm, dem Herrn des Tages zur Ehre!

Sie verbrannte sich ein paarmal die Fingerspitzen; was tat das? Bebend, mit glühenden Wangen sah sie ihren Raketen, Leuchtkugeln und farbigen Garben nach. »Heil Gregor!« rief ihr Herz. O, hätte sie es nur laut rufen dürfen.

»Seht die beiden Feuergeister!« wurde gerufen. Damit meinte man Hans Henning und Fritzchen. Sie sehen auch wohl geisterhaft genug aus. Hans, der selige Narr, strahlte. »Hören Sie das, Fräulein Fritz?«

Es stieg viel Torheit, Unsinn und Gaukelei mit diesen Leuchtkugeln und Raketen auf. Man könnte sich wohl ebenso gut an eine Feuergarbe hängen, um mit ihr in die Luft zu gehen, als sich von seiner Liebe und ihren Verheißungen betören zu lassen. Aber die Beiden wollten nicht hören, was ihr feuriges Spielzeug sie lehren möchte.

Aus, vorbei. Der letzte Effektknall verhallt, dunkle Nacht. Lachend und tappend suchen die Gäste in den Steigen des großen Gartens sich den Weg, um ins Haus zu kommen, oder auch nicht ins Haus zu kommen. Die Feuergeister haben manch tollen Spuk geweckt. Herr Gregor, der junge Pfarrer, ist nun doch nicht nur für alle der Mittelpunkt und der Zweck dieses Festes.

»Fräulein Fritz«, sagte Hans Henning. »Ich glaube gar, Sie haben sich die Finger verbrannt.«

»Ja, das habe ich!« sagte sie mit der Verzückung eines Märtyrers.

»Ach! Tut es Ihnen weh?«

»Ja, fürchterlich!«