Er geriet gebührendermaßen außer sich. »Wir müssen sofort Öl anwenden!« rief er.

»Nehmen Sie bitte meinen Arm, Fräulein Fritzchen. Sie stolpern sonst über die eingeschlagenen Pflöcke. Ach, wie war ich ungeschickt, das zuzulassen!«

Sie ließ ihn jammern, und überlegte dabei, wie es anzustellen wäre, daß Gregor ihre Verletzung sähe. Ihr Mut war jetzt so ungeheuer geschwellt, daß sie seine Ansprache, sein Staunen, sein Bemitleiden gut hätte ertragen können, ohne umzufallen. Ja, sie wünschte sich nichts heißer als das.

Aber als sie auf die erhellte Terrasse kamen, fing ihr Herz doch wieder an zu klopfen. Da stand er, und gerade in der Glastür, durch die sie gehen mußte!

»Fräulein v. Dörfflin hat sich beim Feuerwerk verbrannt«, sagte Hans in aufgeregtem Ton zu ihm.

»Verbrannt«, rief Gregor. »Hans, wie konntest Du das zulassen? Darf ich einmal sehen, gnädiges Fräulein? Da muß aber gleich für Hilfe gesorgt werden.«

Fritzchen reichte ihm mit einem entzückten Lachen ihre Hände hin, die Brandstellen waren in der Tat sichtbar. Aber sie wünschte sich, daß ihre ganzen Hände verbrannt sein möchten, damit er doch auch etwas Rechtes zu sehen bekomme. Doch es war schon vorbei, ein paar Damen hatten sich sofort herangeschoben, sie wurde von mehreren Armen umschlungen, geküßt, getröstet, bedauert bis zur Unerträglichkeit. Selbst Hans Henning hatten sie von ihr fortgedrängt, und in dieser Kohorte gelangte sie ins Schlafzimmer, Öl, Watte, Läppchen waren da, Frau v. Zülchow, die Königin-Mutter, rauschte auch herein und verband sie sorglich mit eigener Hand.

Solche Anstellerei um das bißchen Verbrennen! dachte Fritzchen entsetzt.

Ja, aber wer hatte sich denn angestellt da draußen im Garten und als man die Terrasse heraufkam?

Na, es ist auch so ganz gut. Nun hat man zwei verbundene Hände, das sieht entsetzlich großartig aus und muß unendliches Mitleid wecken!