Aber es ist ein undankbares Amt, Prophet zu sein.
Fritzchen schloß ihre Blumenblätter fester um sich zusammen. – Hier war eine Gelegenheit, so groß und stark, so weit und sonnig, eine Mutter zu haben, eine edle Freundin, ein fröhliches und doch weises Herz, stets aufmerksam und zur Stelle.
Nein, Fritzchen will das nicht. Sie geht in ihre Turmstube und spricht mit den Wolken, die über das Moor gehen. Das sind ihre Freunde und Gesellschafter.
Sie gehen massig, grauschwarz, mit hellen, blendenden Rändern. Unten sind es nur noch ziehende Schneeberge. Sie ziehen vorüber, andere kommen und ziehen auch. Schon wieder ist das Bild verändert. Die Sonne kämpft mit der schwarzen Wand, sie kämpft umsonst, sie erlischt. Horch, wie der Wind in Stößen kommt!
Dies Kind kennt die Wolken wie keines und den Wind ebenso. Ist es nicht mit ihm um die Wette geritten über die bräunliche Ebene?
Vielleicht ist es Gregor v. Zülchows eigenes Leben, sein kräftigstes, schönstes Leben, das da mit fliegendem Haar auf der schwarzen Möt über den Graben setzt hinter dem Böllinger Kreuzweg! Halt fest! – Oder läßt er es vorbei?
Nun ja, der Hans muß ja auch etwas haben, wenn er Hofprediger wird!
Gregor steht am Graben neben dem Kreuzweg. Welcher Teufel oder welcher Engel führte ihn hierher, da der Wind sauste und dies tolle, herrliche Bild heranführte?
Er stand still, am Fußsteige neben einem Baum.
»Hussa, Möt!«