»Hans – sag mir mal die Wahrheit. Du bist wohl verliebt?«
Sie standen jetzt beide beieinander. Es war zu dunkel, als daß sie ihre Gesichter sehen konnten. Wie stark der Wind gewachsen war! Es war ein Sausen und Brausen in den Bäumen des Gartens.
»Ich bin Dein Bruder, mein Junge«, sagte Gregor. »Du kannst Dich mir vertrauen.«
»Ja!« rief Hans Henning aus. Es war ein Ton des lautersten Frohlockens.
»Gregor – ich – siehst Du –«
Nein, es ging doch nicht. Hans sah verzweifelt zur Seite. Wie macht man es denn, daß man so etwas sagt?
»Es ist wohl Frida Dörfflin, um die es sich handelt«, sagte Gregor in völliger Gelassenheit.
Hans Henning antwortete nicht, das Herz schlug ihm bis zum Halse. Wie hatte die Nennung dieses Namens ihn durchschnitten! Wie konnte es nur so unsinnig weh tun, den Namen so kühl wie geschäftsmäßig nennen zu hören.
Gregor genügte wohl diese stumme Antwort. Er schwieg einen Moment.
»Das Kind!« sagte er dann in wegwerfendem Ton.