Irgendwo klappte eine Tür, des Pastors Mamsell stand plötzlich da. Eine Frau hatte er schon längst nicht mehr. Sie blieb mit offenem Munde stehen, als sie Frida sah.
»Herr Gott, das Fräulein vom Schloß! Und hier im Flur! Und so kalt! Herrjeh, weiß denn der Pastor das?«
»Still, Reuter! Es ist jemand drin.«
»Und wenn auch! Und wenn auch der Kaiser! Das gnädige Fräulein darf hier nicht so sitzen. Drüben ist man bloß nicht geheizt. Nee, das geht aber ganz und gar nicht.«
Sie war schon an der Tür, mit Eisenfäusten schlug sie daran. »Herr Pastor! Fräulein v. Dörfflin sitzt hier draußen und wartet. Im Flur! Machen Sie doch man bloß auf!«
Fritzchen war empört zugesprungen, aber es war schon zu spät. Alles war jetzt das Werk eines Augenblicks. Ein »Ach!« von innen, ein eilfertiges Heranschlurfen, Aufriegeln, Aufstoßen der Tür. – »Aber Fritzchen, daß Du es bist, ahnte ich ja nicht –« Das Auftauchen eines Gesichts, eine Gestalt im Hintergrund, vom Sofatisch her – –
»Das ist die Schuld von der Reuter«, sagte Fritzchen in trotzigem Ton. »Ich kann und will noch warten –«
»Meinetwegen auf keinen Fall«, sagte Gregor v. Zülchow und stand auf. »Wir sind ohnedies fertig. Es tut mir außerordentlich leid, gnädiges Fräulein.«
»Komm herein, liebes Fritzchen«, sagte der alte Herr.
Es war eine seltsame Stimmung im Raum. Gregors Gesicht war bleich und hatte einen finstern Ausdruck. Der Pastor sah rot und sehr erregt aus.