Gregor war auch ganz anders, wie sie sich gedacht hatte, viel größer und stolzer. Er sah über ihre Köpfe fort und redete zum Papa, als wäre er ein ganz Großer. Er wäre auch am liebsten nicht mit an den Kinderkaffeetisch gegangen, aber das war nun mal so eingerichtet. Fritzchen steckte aus lauter Verlegenheit ein so großes Stück Kuchen in ihre volle Tasse, daß alles überplantschte. Gisa ärgerte sich wieder, aber Hans Henning lachte darüber.
»Grad' wie ich's immer mach', Fritz. Kriegst Du dann auch immer Stripse auf die Finger?«
»Nein.«
»Aber ich. Von Herrn Ritter. Weißt, wer das ist? Unser Hauslehrer. Weißt Du auch, warum er immer so mager ist?«
»Nein.«
»Weil wir ihn immer ärgern. So sagt er. Wie findest Du das?«
»Ach!« Sie sah auf, ganz staunende Bewunderung. Dann leiser, mit ihren winzigen Fingerchen verstohlen auf Gregor deutend: »Der auch?«
»Na! Und ob der nicht! Ich sage Dir, Fritz! Na, ich werd' Dir noch viel erzählen.«
Er sah zu dem Bruder hinüber, daß der sich auch über das liebe kleine Ding freue. Aber der saß da und sah sehr kühl aus, ungeheuer zwölfjährig.
Gisela machte die Wirtin. Sie hatte wunderfeine, geschickte Fingerchen dabei. Sie war lange nicht so hübsch wie das Feuerfünkchen drüben, aber sie sah viel aristokratischer, mädchenhafter und wohlerzogener aus. Als Gregor trotz seiner Untertertianerwürde sechs Stücke Blechkuchen hinter sich hatte, bequemte er sich, das kleine Fräulein anzureden, und fand ihre Antworten und Bemerkungen über Haus, Garten und Viehstand hier, nach denen er sich erkundigte, »gar nicht so dumm.«