»Nein, nicht in die Kutsche, das ist so eng.«

Ja, Du brauchst viel Raum, Du unbändiger Vogel! dachte er. – Aber siehe, ich brauche ihn auch und muß und kann ihn doch entbehren. –

So führte Gregor v. Zülchow das Fritzchen Dörfflin am Arm durch das Steintor in ihres Vaters Hause.

* * *

Die Kutsche fuhr fort. Herr v. Dörfflin ging ins Wohnzimmer, fand dort niemand, fragte nach Gisela und Fritzchen. Die eine sollte in ihrem Zimmer sein, das nach dem Garten lag, die andere hatte man in die Turmstube gehen sehen. »Holt sie her.« Gisela kam, Fritzchen nicht. »Warum nicht, Jakob?« »Sie will nicht«, sagte Jakob. Er war immer für das Prägnante und alt genug, sich das zu leisten.

»Was willst Du uns denn sagen, Papa?« drängte Gisela. Sie hatte in einem ganz entlegenen Winkel des weitläufigen Hauses gesessen und von dem aufregenden Besuch erst eben durch Jakob gehört.

»Nein, Fritzchen muß dabei sein«, beharrte Herr v. Dörfflin mit seinem rötesten und eigensinnigsten Gesicht.

Herr Gott im Himmel! dachte Gisela, plötzlich wie entgeistert. Was kann das sein – hat Gregor Zülchow vielleicht wegen Fritzchen –

Ihr wich das Blut aus dem Gesicht.

»Na –«, sagte Herr v. Dörfflin mürrisch – »dann will ich mal nach oben klappern und dem dummen Balg meine Meinung sagen. Das sind mir ja neue Moden! Kinder müssen gehorchen, und wenn's durch Feuer und Wasser geht. Na – ich werd's ihr schon einfüllen!«