Eine mühselige Steigerei über die enge krumme Treppe. Alle Augenblicke blieb er stehen und pustete. Donner, und hier war er doch in früheren Jahren wie ein Jagdhund auf und ab gerannt. Ja, ja, man wird immer älter und dicker und jedes Jahr geht's schwerer und hat weniger Zweck.
Als er ganz oben war, war's gar zu Ende mit seinem Selbstgefühl. Er hatte vergessen, daß er dem Fritzchen das vierte Gebot einpauken wollte. Ach Gott, dies bißchen kümmerliche Leben! Wozu schleppt man nur diesen ungefügen Ballen, der nicht einmal die Turmstiege hinauf kam, noch immer durch die Welt?
Fritzchen hatte das Pusten und Poltern gehört, sie stand schon in der offenen Tür ihres Schlafstübchens, zu dem noch eine weitere Stiege über die Schulstube hinaus führte.
»Papa, Du kommst hier herauf?«
»Na, was soll ich denn sonst. Laß mich doch die Stiege steigen, denkst wohl, ich kann's nicht mehr. Wollt Euch nur sagen – puh –«
»Setz' Dich doch, Papa.«
»Ach was. Wollt Euch sagen, der Zülchow – der war eben hier – komische Geschichte – will hier – hier im Dorf Pfarrer werden – na meinetwegen mag er, wenn Baumann einpacken will –«
»Papa!« Gisela war im Ernst besorgt um seinen Verstand. »Du machst doch nur Spaß. Der Freiherr v. Zülchow ist Hofprediger – Du weißt doch –«
»Was geht's mich an. Weiß der Kuckuck, was da für Geschichten brodeln. Er will hier Hals über Kopf Pastor werden. Nee, nee, Gisela, ich bin nicht verrückt, wenn Du mich auch so anguckst. Er mag's vielleicht sein. Na, meinetwegen, ich geh doch nicht in die Kirche, ist mir zu feucht, hab' ohnedies das Reißen. So – das war's. Nun kann ich ja wieder 'runter.«