»Aber warum bemühen Sie sich um meinen Ofen?« fragte er in demselben herben Ton, den sie schon einmal von ihm gehört hatte.

»Weil es mir Freude macht«, sagte sie einfach.

Du freies Seelchen! dachte er staunend.

»Jetzt soll Justine mit der Lampe kommen und den Tisch decken!« rief sie voller Eifer. »Es ist noch nicht alles so, wie es müßte, aber es wird schon gehen. Ich freue mich so, daß ich heute schon auf den Gedanken kam, zu heizen, sonst wäre hier alles finster und eisig gewesen.«

»Ja, das hatte ich mir eigentlich so ausgesucht«, entgegnete er. »Aber es geht auch so!«

Sie konnte seine Züge nicht mehr erkennen, aber in seiner Stimme lachte es, das machte sie selig.

»Leben Sie wohl, Herr Pfarrer. Ich sage es im Vorbeigehen der Justine.«

Ihm schwebte es auf den Lippen, ihr zu sagen, ihm bei dem Abendessen Gesellschaft zu leisten. Sie war ja doch der freie Vogel hier im Schloß und Dorf – sie war keine Prinzessin mit einem Krönchen im Haar, das ja nicht verschoben werden durfte. Sie hatte ihm den Ofen geheizt und weder gezittert, noch sich geschämt, als er sie ertappte.

Solch ein frischklares junges Kind, das tat gut nach all den wirren schwülen Tagen.

Warum sollte sie nicht mit an seinem Tisch sitzen, dieses freie Herz?