Es ist ein anderes Ding, nach ein paar rauschvollen Monaten, in denen man sein heiliges Amt in Eitelkeit und Genußsucht entweihte, sich von der Welt abzukehren und mit einem strengen Leben, das ohne Lohn nur dem Dienst geweiht ist, die innere Ehre vor sich selber herzustellen – oder: an einem falschen Platz mit ungenügender Kraft und verzagendem Willen eine aussichtslose Arbeit zu tun.

Gregor v. Zülchow – der Sohn eines alten Herrenhauses unter alten, rauschenden Bäumen am stillen See, der Sohn eines strengen, kräftigen Vaters und einer feinen, phantastischen Mutter, Gregor, der Schüler der Gottesweisheit, jung eingeführt in das Ringen, Sehnen und Suchen der Kreatur, berufen, ein Führer zu sein aus dem sichtbaren, greifbaren Tagesleben heraus – der konnte wohl eine Entsühnung finden, die feurig, phantastisch und töricht war, und die der fade, eisige, nüchterne Mensch in ihm verneinen mußte, sobald es ging.

Darum hatte Gisela, das Weltkind, recht.

Aber es hatte doch noch jemand anders recht!

Ein Wort hatte Fritzchen geweckt. Sie kam mit einem jähen Ruck in die Gegenwart, in das Zimmer, in dem die anderen saßen, zurück. Sie wandte sich herum.

»Sie wollen hier nur für die Professur arbeiten?« rief sie.

»Ich kann heute noch keine Auskunft darüber geben«, sagte er kühl ablehnend.

Da sprang sie auf, so daß die anderen erschraken. »Es ist nicht möglich, daß Sie Ihr Amt hier nur als Übergang auffassen!« Sie stand schon vor ihm, die beiden geballten Hände vor der Brust zusammengedrückt. Ihr ganzer Anblick war eine stürmische Bitte: Laß es nicht möglich sein!

»Aber Fritzchen!« rief Gisela.

»Na nu, Fritz!« sagte Herr v. Dörfflin.