»Was tut denn das Fräulein hier?« rief er aus.

»Ach Gott, Herr Pastor, man bloß die Supp'. Sie macht mir die Supp' von Mittag nochmal warm, weil ich vorher nicht essen mochte. Und der alte dammlige Herd, Herr Pastor, der will oft nicht so, wer ihn nicht kennt. Dann qualmt er bloß und kochen tut's nicht.«

Gregor war aufgestanden und stieß die wacklige Brettertür auf. Da war eine große, niedrige Küche mit einem einzigen klimperkleinen Fensterchen über dem Abwaschfaß. Auf dem Ziegelsteinboden, in lauter Qualm gehüllt, stand – – wer war es?

Wollte er, der Spieler in dem großen Krieg der Erde, wieder fortschieben, wieder umrütteln, was das lebendige Leben ihm zeigte, daß dies seine kleine Braut war, die da stand, in der gräßlichen Küchenschürze der Frau Küstern, mit rauchgeschwärzten Fingerchen und rotem, zornigem Gesicht!

Da stand er, so erfaßt und überschüttet von Glück, wie er noch nie gewesen war.

Sie hob den Topf vom Feuer und sah ihn an. Flammen schlugen aus dem Herd und beleuchteten ihr Gesicht. Da wußte sie nichts mehr von Qualm und Ärgernis.

»Jetzt ist die Suppe fertig!« sagte sie, und weiter nichts. Sie goß sie in eine irdene Schale und goß einiges vorbei. Die Schürze der Frau Küstern war heute schwärzer geworden, als ihre Besitzerin sie sonst in einer Woche machte.

Er kam zu ihr. Der junge, heiße, verantwortungslose Mensch, der in sich drin sitzt und nicht nebenbei steht, ging mit ihm durch. Da faßte er das Bild seines Glückes, das schönste, beste Bild, das es für ihn geben konnte, um, drückte es an sich und küßte es auf den Mund.

»Mein Fritz – mein süßes Leben!« murmelte er.

Sie hielt noch immer den rußigen Suppentopf. Die Flammen schlugen aus dem Herd, das war ein heißes, jauchzendes Bild!