„Robert Robert, Du tust mir wirklich leid. Ich finde keine Spur von Ethik, noch von Ästhetik in wandelnden, weißdrapierten Gerippen, die um Mitternacht in den Möbeln rumoren, und furchtsame Leute an den Ohren zupfen.“
„Immer die realistische Auffassung.“
„Aber doch mit Recht. Und Scherz beiseite, nur Leute im höchsten Grade der Nervenzerrüttung, anormale und schwache Menschen, die einen Profit erhoffen, die nicht Mut genug besitzen, sich in das Unabänderliche einer Trennung zu fügen, sind Euere Genossen. — Ja, wenn die Lieben widerkämen“, fügte sie in Selbstvergessenheit hinzu, „dann freilich wär’ der Abschied nicht so bitterhart. Aber bloß weil wir es wünschen — das genügt nicht.“
Auch ich seufzte auf und Robert trachtete meine Stimmung auszunützen: „Du hast kein Wort gesagt? Du hältst es doch wenigstens nicht für unmöglich?“
„Ich glaube nicht daran.“ „Wahr, wahr in allen Consequenzen, und wenn das Herz darüber bricht“, es war sein heiliges Vermächtnis.
„Das reine Echo Deiner Tante“, versetzte er spitz und gieng.
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Mein Geburtstag. Ich bin 24 Jahre alt geworden. Wie ist das nur gekommen, so rasch, so unvermerkt? Was war mein Leben bis jetzt gewesen, und was würde es in Zukunft sein? — —
Es klopft.
„Herein!“