Auf den Wiesen spannt der Altweibersommer seine Fäden aus. — — Langgezogen und schwermütig tönt der Pfiff der Eisenbahn zu mir herüber, wie der letzte, jammervolle Aufschrei einer gequälten Seele.
Dann ist es still. Das Ende. Wie öde, wie leer! Und plötzlich kommt mir ein Lied in den Sinn, das ich die Tante singen gehört, das Tosti’sche „Ninon“:
„Ninon, Ninon, que fais-tu de la vie?
Rose ce soir, demain flétrie.
Comment vis-tu?
Toi qui n’as pas d’amour?“
Morgen schon „vorbei“. — — Jede Minute arbeitet langsam aber sicher am Zerstörungswerk. Unaufhaltsam treibt die Natur ihr grausames Spiel. Sie schafft mit Feenhänden, um mit Keulenschlägen zu zertrümmern.
Nichts bringt uns das Heute zurück. — Das Leben ist so kurz — und im Weibe wohnt der Drang — sich hinzugeben in der Rosenzeit. Es ist so traurig, dahinzuwelken, ohne geblüht zu haben.
„Vierundzwanzig Jahre“, und ich betrachtete mich lang im Spiegel. — Ich sah bedeutend jünger aus. — — Aber es war doch nicht mehr der taufrische Teint, der leuchtende Blick von früher. — Und dann auf der Stirne, um die Mundwinkel — die ersten Fältchen, unmerklich dünne Linien noch — aber wie lange?
Vielleicht war ich überhaupt nie jung gewesen? Eine Scheintote, die plötzlich aus dem Sarge steigt um die Rechte der Lebenden zu fordern „Glück und Liebe.“