„Ja, Franzel, geh’ nur — i kumm glei nach.“ — „Das Madel will mer nit gefallen — vielleicht a a Liebschaft. Jetztan laßt’s alleweil den Kopf hängen, hats Lachen ganz verlernt.“
„No aber, Sie können doch eine Freud’ haben mit so einer hübschen Tochter.“
„Dös wol. Freili bin i stolz — nit weg’n der Schönheit — das vergeht — sondern weil’s a so a braves, rechtschaffens Ding is. Hat mer, so lang i denken kann, no niemals keine böse Stund’ nit g’macht“, und damit rückt er die Hornbrille fester auf die Nase und begibt sich in die Amtsstube.
„Der brave Alte.“ Einer momentanen Eingebung folgend, nähert sich ihm die Tante und drückt die arbeitsharte schwielige Hand.
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Langsam, ruckweise löst sich der Schnee von Bäumen und Dächern und klatschend fallen die Tropfen zur Erde. Nur noch an einzelnen Stellen bildet er eine schmutzigbraune Maße, die seltsam von dem jungen Grün absticht, das wie ein weicher Teppich den Grund bedeckt.
Verheißend weht ein laues Frühlingslüftchen, und die knorrigen Weidenbäume scheinen in hellen Flammen zu stehen. Die Sonne läßt ihre kahlen Äste erschimmern wie pures Gold, die Tausendkünstlerin, die liebe, liebe Sonne.
Die ersten Palmkätzchen recken die flaumigen Köpfchen und die ungestümen Kibitze flattern auf, mit klagendem Geschrei.
Paarweise und in Gruppen, dicht aneinander geschmiegt, fest in die Silberpelzchen gehüllt, stehen die Anemonen da und ab und zu gewahrt man auch schon eine Primel.
Wie lange noch, und Alles steht in Blüte! Mir wird so weich, so warm um’s Herz — eine eigentümliche Rührung überkommt mich und treibt mir die Tränen in die Augen. Ich weine jetzt so leicht. — Es überläuft mich kalt. Die bösen Nerven. Und so müde: so schwer die Glieder. Vielleicht dachte ich zu viel an mich? Und dann empfand ich plötzlich ein intensives Bedürfnis, Jemand ein paar gute Worte zu sagen, eine Freude zu bereiten.