In der Entfernung taucht eine dunkle Gestalt auf. Es ist die Witzelsberger-Franzel. Welch’ anmutiger Gang, welch’ elegante Haltung. Ein schöner Edelstein in plumper Fassung. In zehn Jahren, vielleicht schon früher würde sie ein welkes, abgearbeitetes Bauernweib sein, ohne jeden Reiz.

Sie war auch mir in letzter Zeit still und traurig erschienen. Sollte sie auch ihren Kummer haben?

„Franzel.“

Sie beschleunigte ihre Schritte, und vermied es, nach meiner Richtung zu sehen. Ich rief mechanisch noch ein zweitesmal, und da war’s, als besänne sie sich. Sie blieb einen Augenblick stehen, und kam dann langsam auf mich zu.

„Wo warst denn Franzel?“

„In Sahning“, kam es stockend zurück.

„Muß schön gewesen sein im Wald. Gelt’ wir haben’s halt doch besser als die Stadtleut, die den ganzen Tag im finstern Zimmer sitzen müssen. Oder möchtest gern nach Wien?“

„O Gott, mir is’ alles eins — am liebsten wär’ ich tot.“

„Aber geh Franzel, wer wird denn so reden? Was tät denn Dein Vater ohne Dich?“ Jetzt erst fielen mir ihre verweinten Augen auf. „Is Dir denn was Unangenehmes geschehen?“

Sie blickte beharrlich zu Boden.