„Aber worum handelt es sich denn?“ Er zupfte verlegen an seinem Schnurbart.
„Du mußt die Franzel heiraten.“
Er schnellte von seinem Stuhl empor. „Bitt’ Dich, laß doch jetzt solche Spässe beiseite. Mir ist wirklich nicht zum Lachen zu Mute.“
„Das begreife ich. Weinen solltest Du im Gegenteil. Ich denke, Du kennst mich genügend, um zu wissen, daß es mir bitterer Ernst ist mit dem, was ich sage.“
„Ja, aber seid Ihr denn Alle miteinander“ — er hielt es für angezeigt, das letzte schmeichelhafte Wort zu unterdrücken.
„Wenn „anständig handeln“ verrückt ist, dann bist Du allerdings superweise.“
„Aber um des Himmels Willen, Du wirst mir doch nicht zumuten, ein Bauernmädchen zu heiraten. Wo denkst Du denn nur hin? Das verstößt ja gegen alle Familientraditionen.“
„Da hätte ich beinahe meine Selbstbeherrschung verloren und ihm einen Schlag ins Gesicht gegeben“, fuhr Tante Laura fort, „doch ich bezwang mich und frug, ob er nicht absichtlich diese falsche Auffassung vorschütze. Ob die Ahnen es ehrenwerter fänden, wenn ihr Abkömmling schlecht handle und keine Reue empfinde, als wenn er sich bemühe, den Mackel von seinem Namen zu tilgen.“
„Aber geh’, so denkt ja kein Mensch. Es ist Gang und Gäbe bei den jungen Leuten, Liebeleien anzuknüpfen, wo sich ihnen Gelegenheit bietet. Aber Verpflichtungen? — — —“
„Du hast ihr Dein Wort gegeben.“