Der Gerufene stand im nächsten Augenblick vor uns. Der Vater stellte ihn uns vor. „Hat wieder geträumt; ist nicht zufrieden mit der Welt; lieber in den Wolken, wie? Hab’ ich Recht, wie?“
Der neue Ankömmling unterhielt sich längere Zeit mit der Tante, deren tapferes Wirken er sehr bewunderte. „Wir Socialisten sind ja sammt und sonders Friedensfreunde. Wir verfolgen ganz dasselbe Ziel, nur auf verschiedenen Wegen.“ Dann sprach er von seinen Reisen, und später giengen wir voran. Es fügte sich wie von selbst, und doch wurde mir eigentümlich bange. Wovon wird er reden?
„Eigentlich kennen wir uns schon“ begann er. „In der Glasfabrik von Murano. Erinnern Sie sich noch?“
„O ja. — — Hat es auch einen so traurigen Eindruck auf Sie gemacht?“
„Gewiß. Ich habe Ihren Seufzer vernommen, als Echo meiner eigenen Empfindungen, so etwas wie Seelenverwandtschaft herausgespürt. Die Meisten betrachten es als Curiosum. In ihrer Gleichgiltigkeit entgeht es ihnen ganz, daß sich da wie nirgends anders die Ungerechtigkeit zeigt, die die Welt beherrscht.“
„Ja, daran hab’ ich auch gedacht — und bin dabei in eine Sackgasse geraten. — Können Sie mir kein Werk anraten, das mir Aufschluß erteilt. — Ich bin leider viel zu wenig bewandert, auf diesem Gebiet. Aber jetzt, wo mein Interesse erwacht ist“ — —
„Gewiß. Ich will Ihnen gern einige Titel nennen. Aber die Anfangsgründe darf doch ich Ihnen beibringen, nicht wahr?“
„Ich werde Ihnen sehr dankbar sein.“
Hierauf entwickelte er mir mit wenigen leichtfaßlichen Worten die ganze Idee. — Ich glaube, er hat beiläufig das gesagt:
„Wir sind keine Revolutionäre und Umstürzler im schlechten Sinn. Was wir anstreben, werden wir auf friedliche, unblutige Weise erreichen, indem wir die Menschen zum vernünftigen Denken zwingen — die Unterdrücker und ihre Opfer. Und dieser Kampf der Geister muß notwendig die Reformen mit sich bringen.