Ich schwelgte in den süßen Melodien — ich habe diesen Abend doppelt genossen, weil ich Egon in der Nähe wußte. Nach den musikalischen Vorträgen bat er mich, mich in den Wintergarten führen zu dürfen. Es ist ein Bau mit Säulen — im antiken Stil. Die Luft war schwer vom Dufte der Orangen und Tuberrosen. —

Wir standen uns gegenüber — allein.

Ich hatte den Kopf an eine der Säulen gelehnt und wartete, daß er spreche, irgend etwas sage, etwas Gleichgültiges.

„Sie passen hier herein. Wenden Sie den Kopf etwas zur Seite. — Ja so — — ich habe einmal eine Kamee gesehen — die trug Ihre Züge — nur weniger seelenvoll. Und gerade die Seele ist der Hauptreiz in einem Gesicht, die Seele ist das, was uns so mächtig anzieht, uns niederzwingt auf die Knie. Und darum“ — — — Einige lustwandelnde Paare kamen in unseren Bereich und maßen uns mit erstaunten Blicken: „Elle a de la chance, cette petite autrichienne“, hörte ich eine Dame sagen — — sein Satz blieb unvollendet.

Wir giengen bald.

Ach wenn ich wüßte! Was gäbe ich darum.

Mich selber, ganz und gar.

Und immer wieder hör’ ich das „wonne — wonnevoll“, zuerst laut, dann immer leiser, — schwächer — ersterbend.

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Am 16. Juni.