„Weißt Du noch wie wir „Dornröschen“ spielten?“
„O ja, aber das ist schon lange her. Du warst der Prinz.“
„Ja, Mimi, und dann — heirateten wir uns.“
„Ja damals!“ Und ich setzte eine würdevolle Miene auf.
„Warum betonst Du das „damals“? Wäre es denn so unmöglich?“
Sein Beharren irritierte mich und als er versuchte, meinen Arm an sich zu drücken, machte ich mich los. — Die festliche Stimmung war verraucht und der Robert langweilte mich. Es war wohl der bittere Nachgeschmack, der jedem weltlichen Vergnügen auf der Ferse folgt. Ich zürnte dem Vetter, daß er mich aus meinem qualvollen, aber doch gottgefälligen Innenleben herausgerissen und da kam mir wie von selbst die Antwort.
„Ich heirate überhaupt nicht.“
„Das sagt ein jedes Mädchen“, versetzte er mit Überlegenheit.
„Nun gut, Du wirst ja sehen.“
Unsere Wege trennten sich und während ich die steilen zwei Stockwerke zu unserer Wohnung erklomm, wurde ich die Vorstellung nicht los, daß ich neuerlich Sünden begangen, für die mir wieder einmal kein Name einfiel. Und an all’ dem war dieser dumme Robert Schuld gewesen.