Und Monika sagte:

„Halten Sie den Mund, und bleiben Sie hier im Zimmer — ich gehe den Arzt holen.“

Sie eilte die Treppe hinunter.

Die Adern schlugen ihr wie Hämmer, eine wahnsinnige Angst um den Bruder hatte sie erfaßt. Sie eilte, als hinge Heinrichs Leben an Sekunden. Keuchend langte sie bei ihrem Hausarzt an; das öffnende Mädchen sagte, daß er nicht zu Hause sei, erst spät abends zurückerwartet werde.

Ohne ein Wort der Erwiderung machte Monika Kehrt, eilte die Treppen hinunter und die Straße entlang. Fieberhaft forschte sie nach dem Schilde eines Arztes.

Bei noch zweien klingelte sie umsonst. Der dritte, ein jugendlicher, elend aussehender junger Mann war auf ihr inständiges Bitten bereit, gleich mit ihr zu gehen.

Frau von Birken empfing den Arzt wie einen Heilsbringer.

„Schnell, Doktor, erwecken Sie meinen Sohn, schnell, um Gottes willen,“ flehte sie.

„Ja, nun lassen Sie mich doch erst mal sehen,“ wehrte der Arzt ab, indem er seinen Ueberzieher auszog.