Monika begann sich dann zu entrüsten:

„Du gehst ja doch.“

„Ich denke nicht daran! Wir können das gar nicht bei unseren Mitteln. Außerdem müßte ich ein neues Kleid haben.“

„Ach, es geht ja noch mit dem alten, Mamachen, bitte, bitte, wir wollen doch hingehen.“

„Unter keinen Umständen!“ sagte Frau von Birken streng. Sie genoß dann förmlich die Situation. Sie erschien sich in diesen Augenblicken bedeutender als sonst, in dem Bewußtsein, daß Monika von ihr abhängig war, daß sie bitten mußte mit kleinen, schmeichelnden Worten.

„Nein, Du hast so eine Freude gar nicht verdient.“

„Mama!“ — Die weißen Zähne gruben sich tief in die schwellende Unterlippe. Heiß flammte der Trotz in den dunkeln Augen auf. Nein, sie würde kein Wort mehr sagen, nicht mehr bitten — nicht mehr bitten!

Und dann schwirrte vor ihren Augen des Ballsaals blendendes Gewoge, dann klang in ihren Ohren die Tanzmusik, unwiderstehlich süß, unerträglich lockend...

Und langsam quoll es ihr von den widerstrebenden Lippen: „Bitte... bitte...“

Ich denke ja gar nicht daran — ich bin Mutter, ich habe zu bestimmen — wir gehen nicht hin!“