Der ihr bisher unbekannte freie Ton der Unterhaltung begeisterte sie. Sie lauschte gespannt, wenn die Herren sich gegenseitig neckten oder ihre Abenteuer zum besten gaben; sie genierten sich nicht in Gegenwart dieses netten, „anonymen“ Mädchens.
Die Komplimente, die sie Monika machten, waren anderer Art als die, die sie bisher von den Leutnants gehört. Aber es waren doch Komplimente! Das genügte ihr.
Frau von Birken ahnte nichts von den kleinen Eskapaden ihrer Tochter. Sie gebärdete sich oft trostlos, wenn wieder ein neues Gedicht von Monika im Leuchtturm erschien.
„Ich würde die Verse entzückend finden, wenn sie nicht von meiner eigenen Tochter wären,“ sagte sie. „O Gott, daß ich so etwas Unpassendes an Dir erleben muß!“
Aber alles in allem war Monika doch in ihrer Achtung gestiegen, seitdem sie sich zur „Schriftstellerin“ entfaltete.
Das hinderte aber nicht, daß eine Verlobung doch Frau von Birken bedeutend mehr impressionierte. Sie sprach tagelang von nichts anderem als von der goldumränderten Karte, die ins Haus gekommen:
„Die Verlobung ihrer einzigen Tochter Marie mit dem Leutnant der Reserve im Dragoner-Regiment Kronprinz, Gutsbesitzer Wilhelm von Hammerhof auf Hammerhof beehren sich ergebenst anzuzeigen
von Holtz-Sarkow und Frau,
geborene Freiin von Birken.“
„Nein, was die Marie für ein Glück macht!“ rief Frau von Birken ein über das anderemal.
„Du weißt doch noch gar nicht, ob das ein Glück wird.“