„Aber, Mone — das wird es schon! Ein so reizendes Mädchen wie Marie! Und er ist doch ein vornehmer, tadelloser Mann.“
„Kennst Du ihn?“
„Nein, aber ich bin sicher, daß er eine glänzende Partie ist. Du kannst nicht darüber urteilen, Mone, denn Du wirst sicher nie heiraten. Für ein Mädchen, das studiert und außerdem schriftstellert, paßt das ja auch gar nicht.“
Monika zog ein Gesicht: sie schien nicht sehr damit einverstanden zu sein.
Einige Wochen nachher kam Frau von Holtz mit dem Brautpaare nach Berlin, um Einkäufe zu machen.
Der Bräutigam war ein gut aussehender Mensch, höflich und freundlich, Geist und Bildung gesunder Durchschnitt.
„Eine so passende Partie!“ Die zukünftige Schwiegermutter strahlte, war viel entzückter als Marie selbst. Sie erzählte ihrer Schwägerin: „Denke Dir, Marie wollte eigentlich noch gar nicht heiraten, kam auf ihr verrücktes Studierprojekt zurück, erklärte mir, vorläufig triebe sie nichts gebieterisch zu einer Heirat, und so wolle sie einstweilen warten, wolle ihre Freiheit nicht verlieren. — Na, ich habe ihr den neumodischen Unsinn schon ausgetrieben! — Es wäre doch auch zu unsinnig gewesen, Hammerhof auszuschlagen. Unsere Güter grenzen aneinander, Marie ist zwanzig Jahre alt, gerade das richtige Alter zum Heiraten! Wenn die Mädchen nicht früh heiraten, bekommen sie alle so sonderbare Ideen bei den überspannten Zeitströmungen, die jetzt herrschen.“
„Ja, aber wenn sie ihren Bräutigam nicht glühend liebt?“ sagte die Baronin Birken bedenklich.