Sie stand vor ihm, in so offenbarer Betrübnis, diesem Beieinandersein ein Ende machen zu müssen, daß ihm ganz warm ums Herz wurde.
„Wie schade,“ sagte er, „wie sehr schade. Wollen Sie mir nicht wenigstens noch etwas verkaufen zum Wohl der Armen?“
„Aber ich habe Ihnen ja alle meine Blumen gegeben,“ sagte sie erstaunt.
„Nein, nein, da ist noch eine Rose, die ich gern pflücken möchte, die schönste Blume von allen...“
Er sah so verlangend auf ihren Mund, — und eine heiße Glutwelle der Scham und des Entzückens überflutete Monikas Gesicht, tauchte es in Glut bis in die kleinen Ohren hinein.
In holdester Verlegenheit stand sie vor ihm. Kein Laut kam über ihre Lippen. Und auf diese Lippen legte sich mit warmem Druck sein Mund. — — — —
Eine Sekunde später stürmte Monika davon, die Treppe hinunter; wie gehetzt kam sie in Frau von Wetterhelms Bude an, die sie im Verlaufe des Festes nicht mehr verließ. Sie sei zu müde, um noch einmal die Säle zu durchkreuzen.
Am liebsten wäre sie überhaupt fortgelaufen, hätte sich irgendwo in die Einsamkeit vergraben, um all die geheimnisvolle Seligkeit in sich nachbeben zu lassen, die sie bei dem Kusse des Unbekannten empfunden.
O, fort von hier aus diesem Lärm und Gewoge. Allein sein.. die Augen zumachen.... und in Gedanken die kühlen, grauen Augen noch einmal vor sich sehen.