Vorläufig war noch kein Wort gefallen, das ihn an sie band — noch kein Wort, das überhaupt seine Gefühle verraten hätte. Aber sich selbst hatte Wetterhelm längst gestanden, daß er sie liebte.
Freilich... ob es nicht besser war, dieser Liebe nicht nachzugeben? Abreisen und den Weg zu gehen, den er sich vorgezeichnet...
Schließlich, es war ja zu dumm, daß ein nettes Mädel einfach seine ganzen Zukunftspläne verändern sollte! Er war doch kein törichter junger Mensch mehr, sondern ein zielbewußter, ernster Mann.
Und dieser Besuch, den er eben gemacht, war nicht dazu angetan gewesen, seine Heiratspläne zu fördern. Gegen den Namen war ja nicht das mindeste einzuwenden. Die Birkens waren Uradel wie die Wetterhelms. Aber dieser Birkensche Haushalt, den er eben kennen gelernt, hatte so gar nichts mit der Durchschnitts-Lebensführung einer deutschen Aristokratenfamilie zu tun!
Monikas Mutter schien recht freien Anschauungen zu huldigen, was sich schon aus der Art erhellte, in der die halbwüchsigen Söhne die Konversation führten. Und auch die Idee mit Monikas Studium lag Wetterhelm gar nicht.
Nein, eine solche Heirat würde ein dummer Streich sein. Und sehenden Auges einen dummen Streich machen, das tat man nicht, wenn man Georg Wetterhelm war.
Also zusammennehmen! Nicht mehr an die beiden strahlenden Augen denken, die so aufleuchteten, wenn sie ihn sahen! Nicht mehr an die helle, kindliche Stimme denken, die mit so heißer Begeisterung reden konnte! Die ganze Episode mußte abgetan und vergessen sein.
Und der Konsul richtete sich auf, so straff wie sonst: Die Episode war aus und vorbei.