„Lassen wir das doch,“ schnitt Georg ab; ein unmutiger Ausdruck lag über seinem Gesicht, ihm war nicht entgangen, daß sich in den Zügen seiner Mutter schärfste Mißbilligung bei Monikas Worten aussprach, daß die Züge seiner Schwester förmlich vereisten in schroffster Ablehnung.
Dann ging man nach der Fohlenkoppel hinüber, wo Monika versuchte, auf die Fohlen hinaufzuturnen.
„Zu schön ist’s auf dem Lande,“ sagte sie zu ihrem Bräutigam, als sie ihn endlich „ein bißchen für sich“ hatte. „Die Tage von Sarkow, meine Kinderjahre, sind mir so unvergeßlich. Am liebsten möchte ich mit Dir auf ein Gut ziehen, Georg.“
„Mir liegt das nicht,“ erwiderte der Konsul. „Gewiß ist Landwirt sein auch ein schöner Beruf, in dem man seinem Vaterlande nützen kann, aber ich kann in meinem Berufe Größeres wirken, Besseres für Deutschland tun.“
Monika stürzte sich mit Feuereifer auf diese neue Anregung.
„Ja, da hast Du auch ganz recht! Ich werde mal eine tadellose Botschafterin!“
„Na, na, man immer sachte mit den jungen Pferden.“
„Und wir bekommen einen historischen Palazzo als Dienstwohnung, weißt Du, sowas in Spätrenaissance, und ich gebe jeden Abend Empfänge, wo lauter Fürsten und Genies sind, crème de la crème, weißt Du?... Und ich trage ein himmelblaues, silbergesticktes Kleid und furchtbar viel Orden in Brillanten. Als Botschafterin bekomme ich doch Orden, nicht wahr? Und ich trage ein Perlcollier für eine Million. Das muß ich von meiner Schwiegermutter geerbt haben. ‚Das Kollier meiner Schwiegermutter‘ finde ich sehr stilvoll.“
„Ach, Kind, hör’ bloß mit dem Unsinn auf. Und nimm Dich zusammen vor Mama und Brigitte. Korrekt, mein kleiner Schatz, korrekt!“