„Na und ob!“ schmetterte Monika so überzeugt heraus, daß alle drei Damen ihr verweisende Blicke zusandten.

„Hoffentlich habe ich mit meiner Schwiegertochter ebenso viel Glück wie mit meinen Kindern,“ fuhr Frau von Wetterhelm nicht ohne eine gewisse Anzüglichkeit fort, „ja, auch Brigitte hat mir nur Freude gemacht.“

Monika warf einen erstaunten Blick auf die schwarzgekleidete, hagere Dame, welche sie im stillen „die hölzerne Jungfrau“ getauft hatte.

„Ja, Brigitte ist immer tätig und häuslich gewesen,“ lobte die Herrin des Hauses weiter. „Mein lieber Mann starb ja so früh — Georg kam naturgemäß bald aus dem Hause — da war Brigitte das Einzige, was mir blieb. — Wie hat sie mich gepflegt in meinen vielen Krankheiten. Brigitte ist die geborene Krankenschwester! Und sie hat es nie übers Herz gebracht, mich zu verlassen, auch damals nicht, vor nunmehr zwanzig Jahren, als Herr von Lodringen um sie anhielt.“

„Aber Mama!“ Ein schwaches Rot war in Brigittes welke Wangen gestiegen, mit einer nervösen Gebärde strich sie sich über den glatten, graublonden Scheitel.

„Meine liebe Tochter, warum sollte ich nicht von Deiner aufopfernden Kindesliebe sprechen, von Deinem edlen Pflichtgefühl? Unsere kleine Monika kann daraus nur Gutes lernen! Ja, also als Lodringen um Brigitte anhielt, wies sie ihn ab, obwohl sie ihn sehr gern hatte und obwohl er eine durchaus passende Partie war. Wies ihn ab, weil sie mich nicht verlassen wollte.“

Brigitte sagte nichts. Ein Seufzer hob ihre Brust.

„Ach...,“ rief Monika, ungläubig erstaunt.

Frau von Wetterhelm fuhr fort: „Lodringen stand in Westfalen, und ich konnte natürlich nicht daran denken, mit in jene Garnison zu ziehen. Was hätte dann hier aus dem Gute werden sollen? Und so blieb Brigitte bei mir, mein aufopferndes Kind, als die Stütze meines Alters...“