Liese begann herzbrechend zu schluchzen. Und schluchzend und mit gurgelnder Stimme fragte sie nach Monikas Brüdern:
„Ist der Karl denn immer noch so scheen mit seine schwarze Augen und seine blonde Locken? Ach, und wie hat der Herr Baron den Karl geliebt!“
„Liese, Du alte Heultute, wenn Du jetzt nicht aufhörst mit der Lamentiererei, dann fange ich auch an zu weinen oder ich laufe weg.“
„Ich bin ja schon stille, Monchen,“ sagte Liese und heulte ohrenerschütternd weiter.
„Erzähl’ mir doch lieber was von Dir — von Deinem Mann...“
Wie auf ein Zauberwort hin versiegte der Tränenquell.
„Ja, wir sind ja nu all vier Jahre verheiratet. Und er is so, wie Männer nu eben so sind. Er tut ja seinen Dienst bei de Bahn ganz ordentlich und hat auch das Allgemeine Ehrenzeichen gekriegt. Es is ja auch ein sehr scheener Mann. Du weißt, Monchen, ich war immer sehr für de Scheenheit.“
„Na also.“
„Ich wer’ Dir was sagen, Monchen: er ist zu alt. An die fuffzig is er jetzt...“