„Du hast früher Wertvolles bewundert, jetzt aber betest Du ärmliche Nichtigkeiten an! Früher hast Du ungeschliffene Edelsteine geliebt und jetzt geschliffene Kiesel!... Wie heißt es doch?

Das Leben schleift so oft Kristalle

Zu wunden Kieselsteinen ab — —“

„Sicher sind mir nette, glatte Kiesel lieber als irgend so ein zackiger Kristall, an dem man sich wundreißt.“

Da erreichte Heinrichs Empörung den Höhepunkt.

„Also das gibst Du zu, das gibst Du zu?! Du bist eben selbst so ein glattes Nichts geworden!“

Sie lächelte. Das überlaute, nicht endenwollende Gelächter ihrer Mädchenjahre hatte sie sich ja schon so lange abgewöhnt.

Sie lächelte. Reizend liebenswürdig und ein bißchen banal war dieses Lächeln und hatte die Gabe, Heinrich noch mehr in Harnisch zu bringen.

„Ein glattes Nichts!“ wiederholte er zornbebend, „eine Modepuppe bist Du geworden mit dem „guten Ton“ statt eines Herzens, und Vorurteilen statt eines Gehirns.“

„Und mit einer allzu großen Langmut, die mich veranlaßt, Dich anzuhören,“ sagte Monika in vollendeter Haltung. Dann knöpfte sie ihre langen Handschuhe zu und sagte beim Abschiednehmen ihrer Mutter: