Er drehte sich kurz um und verließ das Zimmer. Er ging zu Monika.
Da es eine verhältnismäßig frühe Stunde war, war sie noch nicht fertig angezogen. Sie saß in einem Peignoir vor dem Spiegel, und ihre Jungfer bürstete ihr die schönen kastanienfarbenen Haare, die in mächtigen Wogen niederflossen.
Sie hatte Karl ohne weiteres in ihr Toilettenzimmer treten lassen; sie behandelte ihn noch ganz als Kind. Alle Leute behandelten Karl als Kind.
Er setzte sich in einen der weißen Louis-XV.-Sessel und sah zerstreut zu, wie die Jungfer die Frisur vollendete. Dann wurde das Mädchen auf seine Bitte hinausgeschickt, und nun bat er in seiner langsamen, ein wenig ungeschickten Sprechweise seine Schwester um die zweitausend Mark, deren Zahlung seine Mutter so entrüstet abgelehnt.
Auch bei Monika fand er kein Entgegenkommen.
„Lieber Junge, ich habe nie ein Wort gesagt oder gefragt, wenn Du zwanzig Mark haben wolltest oder vierzig. Aber zweitausend? — — Wofür brauchst Du zweitausend Mark?“
„Es ist eine Ehrenschuld.“
„Sekundaner haben keine Ehrenschulden.“
„Doch.“
Sein sanftes Gesicht bekam einen verstörten Ausdruck.