„Dann bezahlt er vielleicht diese und macht sofort neue und zwar in noch größerem Maßstabe. Er hat ja dann die sichere Ueberzeugung, daß sie auch bezahlt werden.“
„Ach, Georg, sei nicht geizig.“
„Liebes Herz, die Aeußerung da hast Du Dir wohl nicht überlegt. Hast Du mich je geizig gefunden?“
„Für mich nicht, aber für andere hast Du doch eigentlich nie was getan.“
„Jeder ist sich selbst der Nächste, seine Familie natürlich miteingeschlossen. Bei dem uferlosen Mitleid für alles und alle kommt nie was Gutes heraus.“
„Aber Karl ist doch Dein Schwager.“
„Eine juristische Verpflichtung zur Unterstützung eines Schwagers besteht nicht, eine moralische unter Umständen, die hier nicht vorhanden sind. Wenn Dein Bruder durch Krankheit unterstützungsbedürftig wäre oder eine Summe brauchte, um sich eine Existenz zu gründen, so würde ich Dir zuliebe eventuell sogar ein größeres Opfer bringen! Aber für einen derartig leichtsinnigen Bengel, der gar nicht ahnt, gar nicht faßt, was Pflicht heißt!“
„Ja, die sogenannte Pflicht ist uns wohl nie genug eingetrichtert worden,“ sagte Monika nachdenklich.
„Die strenge Hand hat Euch gefehlt. Dein Vater starb zu früh.“
„Und vorher hat er sich auch nicht um unsere Erziehung bekümmert, und der Mama sind wir zu schnell über den Kopf gewachsen, alle vier.“