„Ja, da Du davon sprichst, Monika — Du weißt, ich rede nie ungefragt über Deine Angehörigen, aber da das Thema nun einmal aufgerollt ist: Deine Brüder machen mir überhaupt Sorge. Ich hörte da neulich durch meinen Vetter Alexander, der Bataillonskommandeur von Alfred ist, — er gibt ihm keine zwei Jahre mehr im bunten Rock.“

„O — —“

„Ja, daß er Schulden hat, wäre schließlich nicht so schlimm, aber da ist eine Soldatenmißhandlungsgeschichte, bei der er eben noch mit einem blauen Auge davongekommen ist. Alfred gilt als der brutalste, händelsüchtigste Offizier im Regiment.“

„Er war schon als Kind so wenig gutmütig.“

„Und Heinrich scheint sich auch nicht gerade in bester Gesellschaft zu bewegen. Im Amt erzählte mir neulich jemand, daß ein Baron Birken als ‚Amateur-Dichter‘ Verse im Kabarett „zum Regenbogen“ vorgetragen, und fragte mich, ob der Jüngling zu Deinen Verwandten gehöre. — Und Karl, von dem ich eigentlich hoffte, er würde ein Normalmensch und seinerzeit ein brauchbarer Offizier werden, läßt sich ja jetzt auch recht niedlich an.“

„Eine nette Familie sind wir! Und dabei hast Du in Deiner bekannten Höflichkeit mich und meine gefährlichen Anlagen noch gar nicht mal erwähnt,“ lachte Monika.

„O, Du bist sehr schnell eine tadellose Frau geworden, und das weißt Du auch ganz genau.“

„Wetterhelmsche Schule.“

„Und, Liebling, was Karls Bitte anbetrifft, so siehst Du ein, daß es inkorrekt wäre, seine Dummenjungenstreiche zu unterstützen.“