Aber am nächsten Morgen beschloß sie, gleich mal nach Karl zu sehen. Es war Sonntag, also war er nicht im Gymnasium.

Monika ließ sich anziehn, sagte ihrem Manne, daß sie zum Lunch zurück sei, und fuhr zu ihrer Mutter.

Das Dienstmädchen sagte ihr, die gnädige Frau sei schon vor zwei Stunden zum Baron Heinrich gefahren mit einer großen Punschtorte, die man ihm zum Sonntag gebacken. Monika unterdrückte mit Mühe ein Lächeln; ihre Mutter war mehr in der Studentenbude von Heinzemännchen als in ihrer eigenen Wohnung.

Aber es paßte ihr ganz gut, daß sie Karl nun allein sprechen konnte. Da würde sie ihn ordentlich ins Gebet nehmen.

„Hat Karl schon gefrühstückt?“

„Nein, Herr Karl schläft noch, am Sonntag schläft er immer so lang’,“ sagte das Mädchen und lächelte strahlend. Wie die meisten weiblichen Wesen hatte sie für Karl ein faible.

Monika sah nach der Uhr. Halb zwölf. Um halb eins mußte sie zu Hause sein. Da konnte sie wirklich nicht warten, bis der Langschläfer erwachte; da mußte sie ihn gleich wecken.

Sie schritt den Korridor entlang bis zu dem abgelegenen Hinterzimmer, das Karls Reich bildete. Sie klopfte.

Und lauter dann... und noch einmal...