Georg von Wetterhelm war blaß bis in die Lippen.

„Monika, Dein Schmerz macht Dich ungerecht! Ich will Dir heute verzeihen, — heute — alles.“

„Ich brauche Deine Verzeihung nicht. Ich will fort, — fort um jeden Preis!“

Ein sonderbar erstickter Ton rang sich aus seiner Kehle. Ein Augenblick war’s — dann klang seine Stimme fest wie je: „Ich kann Dich mit Gewalt nicht halten.“

„Ich lasse mich auch nicht halten!“

Zwei wilde Flammen brannten in ihren Augen.

Das war nicht mehr die sanfte und korrekte Gattin, die fünf Jahre lang Georg von Wetterhelms Herzensfreude gewesen, — die sich fünf Jahre lang gezügelt hatte ihrem Glück zuliebe. Das war wieder das unbändige Geschöpf von einst, das jeder Gefühlsregung nachgab, jede Empfindung auskostete bis zum äußersten, bis zum letzten schalen Tropfen.

Und auch diesen Becher leerte sie bis zur Neige: nicht genug Vorwürfe gab es für den, der ihr bis dahin das Liebste war auf der Welt.

„Ich habe erkannt, welch eiskalter Egoist Du bist! Warum gabst Du Karl das Geld nicht?“