„Es war nicht des Geldes wegen — —“

„Das weiß ich! Und gerade das ist das furchtbarste: Deiner Prinzipien wegen tatest Du es nicht! Deiner starren, hartherzigen Prinzipien wegen! Die sind das einzige, was Du liebst! Du hast auch mich nie geliebt. Du hast mich geheiratet, weil ich Dich liebte! Du wolltest Dein frierendes Herz erwärmen an meiner Glut!“

„Monika!“

Georg Wetterhelm preßte die harten Lippen aufeinander. Er sprach kein einziges Wort mehr... zu seinem Glück, das von ihm ging.

12.

Ein altes, winkliges Haus in einer von Zürichs Straßen. Ausgetretene Treppenstufen, schiefe Türen, an denen Dutzende von Visitenkarten mit Reißnägeln angeheftet waren. „Stud. jur. Freiherr von Neuern, stud. med. Hans Fischer, stud. med. Pietro Liguro, stud. med. Olga Nikolajewna Murawska, stud. phil. Bertha Reckling.“

Vier Treppen hoch hauste Bertha, die seit einem Semester in Zürich studierte, zusammen mit der Studentin der Medizin Murawska.